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Nuru ein Happy End

Am 17.01.2026 kam er aus Rumänien zu uns. Schon auf den ersten Blick war klar, dass er über einen langen Zeitraum in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand war. Er hatte sich offensichtlich schon aufgegeben und hätte vermutlich nicht mehr lange überlebt. Er war stark abgemagert und an vielen Stellen fehlte ihm das Fell, seine Haut war stark in Mitleidenschaft gezogen. Eine Behandlung in Rumänien war kaum möglich, da Nuru sich nicht anfassen ließ. Sein großes Glück war, dass ihn der Verein ProDog Romania (https://prodogromania.de ) sichtbar gemacht hat und für uns Tierschutz grenzenlos ist.


Auch bei uns zeigte er ein ablehnendes Verhalten. Sobald man ihm zu nahe kam, knurrte er, fletschte die Zähne oder schnappte nach vorne. Doch schon bald waren wir überzeugt, dass dahinter keine Aggression steckte, sondern Angst. Nuru hatte offenbar ausschließlich schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht und versuchte lediglich, sich den nötigen Abstand zu verschaffen.

Gemeinsam begann unser Pflegerteam behutsam Vertrauen aufzubauen. Ihre Pausen verbrachten sie bei ihm, zunächst warfen sie ihm lediglich Leckerlis zu. Nicht zu vergessen seine Interessentin die sich von Anfang an mit einer Engelsgeduld zu ihm gesetzt hat und sich nicht von seinem Verhalten abschrecken lies. Mit der Zeit nahm er Leckerlis sogar aus der Hand. Er hörte auf, alle sofort anzuknurren oder die Zähne zu zeigen, wenn man den Raum betrat, auch seine Fluchtversuche wurden seltener. Für uns war das bereits ein großer Erfolg.


Natürlich musste auch sein gesundheitlicher Zustand untersucht und behandelt werden, dies war erstmal nur in Narkose möglich. Dafür machten sich Yola und Dr. Philipp Meinck aus Herzlake auf den Weg zu uns. Beide verfügen über viel Erfahrung im Umgang mit Auslands- und Tierschutzhunden. Sie haben auch Nurus dringend notwendige Zahn-OP durchgeführt. Gleichzeitig wurde er gebadet, um seine angegriffene Haut zu behandeln und den Heilungsprozess zu unterstützen.

Da Nuru durch die Operation ohnehin in Narkose lag, nutzte Birte Wegner von der Maulkorbberatung Löwinnenherz die Gelegenheit, ihm einen perfekt sitzenden Maulkorb anzupassen. Aufgrund seiner anfänglichen Unsicherheit und geringen Kooperationsbereitschaft war dies wichtig, um die PflegerInnen bei der Arbeit mit ihm zu schützen und ihm gleichzeitig mehr Freiheiten zu ermöglichen. Glücklicherweise akzeptierte Nuru den Maulkorb problemlos, auch fressen und trinken war damit kein Problem für ihn und Leckerlis ließen sich ohnehin wunderbar durchschieben.


Trotz aller Fortschritte merkten wir irgendwann, dass wir allein nicht weiterkamen. Deshalb baten wir Katja Schumacher (https://angsthundezentrum.de/angst-hunde-trainerin-katja.../ ) um Unterstützung – eine absolute Koryphäe auf dem Gebiet der Angsthunde. Sie nahm für uns und für Nuru nach einem Seminar in Norddeutschland einen erheblichen Umweg auf sich, um uns mit Nuru zu unterstützen. Ein Glücksfall!

Katja erklärte uns nicht nur den richtigen Umgang mit ängstlichen Hunden im Allgemeinen, sondern zeigte uns ganz konkret, was Nuru brauchte. Dieses Treffen wurde zum Startschuss für sein neues Leben. Wir setzten ihre Empfehlungen konsequent um – und plötzlich veränderte sich unglaublich viel.

Die Spaziergänge auf der Wiese wurden entspannter. Nuru schnappte immer seltener, lief zunehmend gelassen an der Leine und versuchte nicht mehr ständig, möglichst viel Abstand zu den Menschen zu gewinnen. Er machte Fortschritte, mit denen wir in so kurzer Zeit niemals gerechnet hätten. Schließlich ließ er sich sogar vorsichtig anfassen – zunächst nur kurz und sehr behutsam, aber es war möglich. Unsere Freude darüber war riesig.

Ein weiterer Meilenstein war die Einladung der Initiative Tierheimcoaching (https://initiative-tierheimcoaching.de/das-team ) zum Modul „Angst“ mit Torben Bahr, Katja Schumacher, Nikolaus Stoppel und Ute Heberer. Eine unserer Pflegerinnen durfte gemeinsam mit Nuru teilnehmen. Durch die intensive Arbeit und die vielen praktischen Übungen lernte Nuru immer mehr, dass Menschen ihm nichts Böses wollen. Er begann, noch besser mitzuarbeiten, gewann Vertrauen und blühte sichtbar auf.

Mit vielen neuen Erkenntnissen kehrten die beiden zurück. Gemeinsam wurde anschließend das freiwillige Aufsetzen eines Maulkorbs geübt– zunächst sogar über seinem bereits getragenen Maulkorb. Nuru meisterte diese Aufgabe so hervorragend, dass er seinen Maulkorb schon bald nicht mehr benötigte.


Heute ist Nuru ein wunderbarer, fröhlicher und lebenslustiger Hund. Er orientiert sich eng an seinen Bezugspersonen, genießt gemeinsame Unternehmungen und ist gerne mittendrin.

Nun ist er bereit für sein neues Leben in einem lieben Zuhause – gemeinsam mit seinem rumänischen Kumpel Tilion, den er schon aus unserem Tierheim kennt, und den Menschen, die immer an ihn geglaubt haben.

Nuru ist das beste Beispiel dafür, dass auch diese Hunde eine Chance auf ein gutes Leben mehr als verdient haben.


Wir danken unseren PflegerInnen für ihren unermüdlichen Einsatz und ihr Engagement für unsere Schützlinge. Sie sind immer mit ganz viel Herz dabei.



































 
 
 

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